Tachi Zen

Meditation im Stehen (auch Ritsu Zen). Sie bildet den Übergang von der Meditation im Sitzen (Zazen) zur Meditation im Gehen (Kinhin).

Die Körperhaltung in der stehenden Meditation wurd aus einer alten chinesischen Kampfhaltung abgeleitet, die man "Maebane gamae" nennt. Ursprünglich wurde sie von BODHIDHARMA im Shalin Kloster gegründet.

Maebane gamae:

Eine der ältesten und meist- gebrauchten Kamaetaka der waffenlosen Künste, die in Chûdan-und in Jôdan-Haltungen ausgeführt wird. Man sagt, die Kamaekata sei von einem Chinesen WAN CHUN KUN aus den Wudang- Bergen entwickelt worden, als er eines Tages Raubvögel Ratten erbeuten sah. Dies Brachte ihn auf den Gedanken, die Arme wie Flügel zu gebrauchen. Später verbreitete sich die Kamaekata in ganz China und fand auch im okinawanischen Karate Verwendung (Suirakan gamae). Am häufigsten wird sie zusammen mit Nekoashi dachi gebraucht.

Man führt die Handflächen nach aussen und hebt sie über Augenhöhe. Obwohl dies nahezu eine herausfordernde Bewegung ist, bietet sie kaum eine Chance für einen gegnerischen Angriff.

 
       
 

Kinhin

Meditationsform während des Gehens. Sie wurde als zusätzliche Übung zur Sitzenden Meditation (Zazen) gegründet, um die Durchblutung der Beine anzuregen. Man betrachtet Sie auch als Verbindung zwischen dem sitzenden (passiven) Zen und dem sich bewegenden (aktiven) Zen des alltäglichen Lebens (Zen). In der Rinzai Schule geht man schnell und energenisch, oft im Laufschritt, während in der Sôtô Schule ein Kinhin im Zeitlupentemp geübt wird.

Wenn ein Mensch Zazen übt, macht er sich eine Haltung zunutze, die ihm erlaubt, auf eine vollkommen natürliche Weise zu atmen und sein Ki zu kontrollieren (Zen- Atmung). Ist er darin geübt, kann er seine gesamte physische und psychische Energie auch in der Bewegung befreien. Energie ist immer gleichbleibend; sie ist nicht dynamisch, nicht in Bewegung. Ein natürlicher Schritt der Übung wäre also, innere Energie (Ki) in die eigene Bewegung hineinzubringen und sie dort zu kontrollieren. Das ist Kinhin, und dasselbe Ziel hat auch die Kata in den Kampfkünsten.